Schon als wir uns nach einigen Kommunikationsschwierigkeiten am Bahnhof endlich in den Armen hielten, konnten wir nicht mehr aufhören wild durcheinander zu reden und erzählen... Wir Drei waren auch schon in der Orientationswoche, als wir frisch in Argentinien ankamen, immer zusammen und schon damals waren wir die Verrückten, welche sich zum Beispiel vor dem Gastfamilientreffen in ein dunkles Zimmer eingeschlossen und irgendeinen Schwur gegen Aufregung und Angst der bevorstehenden 12 Monaten aufgesagt haben, oder wir schlichen uns von der Gruppe weg, um irgendwo gemütlich einen Kaffe zu trinken, währenddessen die anderen Austauschschüler die Touristenrolle übernahmen und sich mit ihren Kameras in das Getümmel stürtzten.. Whatever! Nach der turbulenten Begrüssung ging es zu Nora nach Hause. Dort angekommen richteten wir uns erstmals ein Bisschen ein und später kümmerten wir uns um das Abendessen. Wir machten köstliche Wraps mit Tsatsiki und Poulet - für einmal so richtig unargentinisch!
Nachdem wir
am Samstagmorgen ein wenig ausgeschlafen und richtig gut gefrühstuckt haben,
ging es ab zu mir Nachhause. Dort deponierten wir unseren Kram, assen etwas zu
Mittag und zogen dann auch schon wieder weiter, in richtung Zentrum. Wir flanierten durch
die Laedelchen, genossen den Duft nach gebrannten Mandeln oder süsslichen
Churros und machten Tuva das Zentrum ein wenig vertrauter.
Später
besuchten wir eine kleine Creperia, nicht viele Blöcke ausserhalb dem
Zentrum. Ich gönnte mir ein Erdbeerfrappe während Tuva sich eine wunderbare Waffel
und Nora einen Cornflakes-Crep genossen haben. Die Creperia ist richtig süss
und sympatisch, die Besitzer der Creperia waren so fasziniert und erfreut von drei
Ausländerinnen, dass sie unbedingt ein Foto von uns haben wollten..
Mit vollen
Bäuchen spatzierten wir in richtung meines Zuhause, wobei wir vorher noch einen
Besuch bei Sonia abstatteten um einen Terere (Mate, jedoch anstatt mit heissem
Wasser trinkt man es mit Saft – typisches Sommergetränk) zusammen zu trinken
und über Gott und die Welt plauderten.
Am Abend
kochte ich für meine Gastgeschwister, Tuva und Nora! - Gemüse und Poulet mit Reis. :)
Wir machten
uns parat um später in den Ausgang zu gehen, es wurden Haare geglettet,
Kleider ausgewählt und trotz grauem und richtig kaltem Wetter, liessen wir uns
mit der richtigen Musik in Fiestalaune stimmen.
Es war eine
der Nächte, bei denen die ganze Welt in die selbe Disco gehen wollte, so
mussten wir stundenlang Schlange stehen, wobei wir mit unseren Sommerkleidchen dabei fast erfroren sind. Dadurch das an diesem Abend wirklich jeder rein wollte,
kontrollierten sie am Eingang besonders gut und währenddessen meine Gastschwester mit
ihrem gefälschten Ausweis alias 23. Jährige nicht reingelassen wurde, heisste
man Tuva und mich (ich min Reby’s GA) herzlich Willkommen und wünschte uns eine
gute Zeit in Argentinien. Ich liebe die Ausländerbonusse hier in diesem Land.. :)
Drinnen war
es tatsächlich rappenvoll, man konnte sich zum Teil kaum noch bewegen, aber
der Club verfügt glücklicherweise über ein Stockwerk mit Latinomusik und
Eines mit Elektronikbereich, wobei wir uns mit viel Vergnuegen zu der
entschieden kleineren Masse an Elektronikfans gesellten, um nach knappen 8
Monaten ohne Ausgang mit guter elektronischer Musik, wiedermal das “Gewohnte”
geniessen zu können.
Müde vom
Tanzen, aber glücklich über die gute Nacht, flogen wir gegen 7 Uhr in die
Betten.
Schon um 10
Uhr verliessen wir schwerenherzens das warme Bett um einen Morgenspaziergang
richtung “Parque independencia” zu machen. In diesem Park steht das Stadion des
Fussballclubs “Newell’s old boys”. Um noch Tickets für das am selben Tag angesagte Spiel zu ergatteren, mussten wir dort schon früh auf der Matte
stehen. Nachdem wir einen viel zu hohen Eintrittspreis bezahlt hatten und uns
gerade auf den Weg in den Park am Fluss machen wollten, rief uns einen Freund
meiner Gasteltern an, um uns mitzuteilen dass er zwei Gratiseintritte für das
Fussballspiel besitzen würde. Wir machten eine Weltreise, um die zwei
Gratisticket abzuholen, waren aber schlussendlich glücklich, somit den Verlust
der zu teuren Tickets wieder eingeholen zu haben.
Das Spiel
am späteren Nachmittag war sehr gut und eindrücklich. Die Fans sangen, schrien,
fluchten (!!), weinten, jubelten und sprangen in den Bänken herum.
Sonntagabend - es fing an zu regnen, Tuva nahm sich ein Taxi an den Bahnhof und ich war
hundemüde, aber sehr glücklich, ein wirklich schönes Wochenende erlebt zu
haben..!
Tuva und Nora
Wraps mit Tsatsiki
Creperia
Newell's vs. River
1:0
Drei Spassvögel


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