Samstag, 24. November 2012

Merci!

Heute ist das langerwartende Päckli von der lieben Anya in mein argentinisches Zuhause eingetrudelt. Ich habe mich so gefreut! :)


Das mit der Post ist ja so eine Sache... Es haben bis jetzt nur 1 Brief aus der Schweiz, 1 Brief aus Spanien und dieses Päckli zu mir nach Argentinien gefunden. Also entweder seid ihr Schweizer echt miserabel im Briefe schreiben, oder sie wurden Alle vom Ozean verschluckt! 
Wenn ihr nicht schreiben mögt ist das echt fies, weil ich nehme mir nämlich immer schön während dem Schulunterricht die Zeit um euch via Briefpapier auf dem Laufendem zu halten... :)
Neeei äuä - ich habe auch schon von ein Paaren gehört welche mir vor 2 Monate geschrieben haben und es gibt auch Gschichtlis bei denen der Brief wieder zurückgesendet wurde weil ich nicht fähig war die richtige Adresse zu geben...
Wenn euch einmal die Lust packt mir ein Freudegefühl zu verpassen - so schreibt mir doch! Ich glaube die meisten haben jetzt die Adresse, ABER - jetzt kommt die womögliche Auflösung des Fehlers und des Rätsels um die nichtankommenden Briefen:
Ich hab vergessen zusagen dass es wichtig ist, hinzuschreiben das ich im 3 Stock, Türe A wohne.. :)
Das ist wichtig und zwar weil wir in einem Hochhaus wohne und falls ihr nur meinen Namen und dann die Strasse und den Ort hinschreibt hat der Pösteler keine Ahnung welchen Bewohner die Briefe erreichen müssen. Wie kompliziert! Jetzt vermiss ich nicht nur den schweizer Mozzarella, sondern auch noch unseren EIGENEN schweizer Briefkasten.

Adressenkurs mit Rosa
 man schreibt:
Name
c/o Nachname der Gastfamilie
Strasse, Hausnummer, Stockwerk, Türe (in meinem Fall: 3° A)
Postleitzahl, Ort
Land

Ich wünsch euch ein schönes Wochenende mit viel Zwiebeln und Konfetti am Montag.
Am Montag habe ich aus nichtverständlichen, festtäglichen Gründe keine Schule und am Freitag fangen meine 3 Monatigen Sommerferien an.
Hab ich eigentlich schon erzählt dass ich im Januar für 20 Tage mit meiner Gastfamilie nach Brasilien ans Meer gehen darf?

un besoooooo ;)

Freitag, 16. November 2012

la cancha de boca

Gestern wurde ich unsanft von dem Geschrei meiner Schwester geweckt... Nachdem ich mich aufgerappelt und erkundigt habe was ihr passiert sei, sprang sie auf mein Bett und erklärte mir mit Freude. "Vamos Rosa - nach Buenos Aires, es spielt Newell's im Stadion de Boca!!"
Boca Juniors ist ein Fussballteam von Buenos Aires, welches zu dem Besten Argentiniens gehört und Newell's ist ein Fussballteam von Rosario, welches momentan auf Platz 1 der Fussballsaison steht. 
Meine Schwester ist Fan von Newell's und mein Papa und Bruder sind Fans von Boca. Die Argentinier sind wahrhaftig Fussballverrückt, hier gibt es niemanden der kein "Lieblings Team" hat und wo ich sonst wenn man mich gefragt hatte, immer erzählt habe dass ich noch zu keinem Team gehöre, würde ich jetzt antworten dass ich für Newell's fane.. (Perdoname Sergio.. ;))
So ging es also ab nach BsAs in das Cancha (Stadion) de Boca, ein riiiiiesiges Gebäude mit 57.395 Plätzen! Das ganze hat mich ziemlich beeindruckt... Die Fans waren laut, die Lieder wurden mit Trommeln begleitet und sobald man herumsprang zitterte (ohne Witz) die Tribüne... 

Das Resultat: 0:0

Ich zog mir brav das Newell's Shirt an :)

Im Stadion... Rot/Schwarz ist Newell's und vis à vis in Gelb/Blau sind die Boca-Fans!
(Sorry, habe nicht so das Filmtalent ;))

Nicht nur das Fussballstadion hat mich beeindruckt, sondern als wir mit dem Auto durch Buenos Aires gecruist sind wurde mir klar dass ich diese Stadt besser kennenlernen will! Es scheint eine riesige und wunderschöne Stadt zu sein - die Stadt des Tangos und eine Mischung aus Paris und Rom... Irgendeinmal werde ich gehen! :)

Montag, 12. November 2012

Cañada Rosquin

Am Freitagmorgen nahm ich mein Wochenende-Köfferchen heraus und zusammen mit sieben weiteren Austauschschülerinnen besuchten ich das, ein paar Stunden entfernte süsse Dörfchen, "Cañada Rosquin". An diesem Wochenende fand das jährliche Festival des "argentinischen Handwerks" statt. Argentinische Gauchos verkauften drei Tage lang ihre Lederwaren, Körbe, Mate-Bächer, Holzwaren, Instrumente, ihren Schmuck und sehr viele andere Kreativitäten und zum Teil konnte man sogar selbst zuschauen wie ein handgemachtes "Produkt" entstand. So gab es zum Beispiel einen Mann, welcher Draussen aus einem Baumstrunk mittels verschiedenen Motorsägen, wunderschöne Pferdeköpfe formte. Auch wir "Ausländer" wurden in eine argentinische Kunst inszeniert, indem wir unser eigenes Sujet mit einem speziellen Werkzeug in eine Holzplatte herein "hämmern" durften. Dies war ziemlich schwierig und nachdem ich selbst mit wenig Geduld meinen Namen hinein "geritzt" und "gehämmert" habe, hatte ich noch mehr Respekt vor den ganzen Künstler, welche jeden Tag an ihren Werken arbeiten und auch wirklich davon leben.
Am Abend und in der Nacht wurde jeweils richtig Argentinisch gegessen und genossen, mit viel Fleisch, argentinischer Folkloremusik, es kamen einige sehr bekannte argentinische Musiker und mit argentinischem Tanz.
Wir Austauschschüler waren als "freiwillige Mitarbeiter" eingeteilt und hatten die Aufgabe dort mitzuhelfen wo man uns brauchte. Da die Argentinier sowieso total unorganisiert sind und die argentinischen Gauchos noch unorganisierter sind, mussten wir manchmal 400 Stühle an einem Ort hinstellen um diese nach einer halben Stunde wieder alle aufeinander zu stapeln oder an doch an einen anderen Fleck zu deponieren. So wurden wir ziemlich herumgescheucht, aber das war nicht so schlimm  weil wir sowieso ziemlich viel Zeit und eine Menge Spass als Gruppe hatten!
An diesem Wochenende wurden mir wieder einige argentinische Klischees bestätigt und irgendwie realisierte ich einmal mehr dass ich nun wirklich in Argentinien und nicht in der Schweiz bin. So zum Beispiel haben die hier ihre eigene Uhr, welche zwischen 30-60 Minuten nachgestellt ist - was so viel heisst wie, wenn man um 21:00 Uhr abgemacht hat, kommt man frühestens um 21:30 Uhr. Auch die Gastfreundschaft in diesem Dorf war so riesig und erfreulich, so waren wieder einmal Alle fasziniert und erfreut aus Besuch von fünf verschiedenen Ländern.. Mit vielen Glückwünschen, Einladungen um wiederzukommen, vollen Bäuchen und voller Herzlichkeit getankt, verliessen wir das schöne Dorf und kehrten in das Grossstadtleben zurück...




Dienstag, 6. November 2012

3

Tick Tack - 3 Monate sind um!
Jetzt ist es anfangs November und ich lebe mit 33ºC in einem schwülen und drückenden Frühling. Der Ventilator schwingt hier Tag und Nacht seine Flügel und sobald die Sonne sich zum Abgang vorbereitet, wird man von 1000enden von Mücken überfallen und gegessen.
Apropos essen: Letztes Wochendende machte ich SUSHI. Ich traf mich mit einer deutschen Austauschschülerin und deren Freundin und zusammen kreierten wir eine unglaublicher Menge, unglaublich guten Sushis mit Lachs, Gurken, Avocado, Frischkäse und Ei. Als wir schlussendlich vor unserem Sushiberg sassen fühlten wir schon ein leicht gesättigtes Gefühl im Bauch vom vielen vorherigen Schnausen. So luden wir die Gasfamilie von Nora (die Austauschschülerin) ein, kräftig mitzuessen, aber aus irgendeinem Grund haben Argentinier wirklich Angst von diesem japanischen Gericht und so wollte uns niemand wirklich helfen... Sushi zu essen ist hier so gar nicht üblich, ich denke weil kein Fleisch darin vorkommt! :)
Nicht nur mit dem Essen bin ich kreativ geworden, auch in der Schule geht es vorwärts! Ich habe jetzt nähmlich mit Manadala ausfärben während dem Unterricht angefangen... Da ich hier Mitten im Schuljahr gekommen bin, am Anfang sowieso nichts verstanden habe und sich grosse Lücken gebildet haben, fehlt mir total die Motivation um entwas zu machen, geschweige den zuzuhören... Ich finde auch dass die Lehrer hier in manchen Fächer jeweils aus einer Mücke einen Elefant machen und so arbeiten die hier einen Monat an einem Maththema, welches mir der liebe Herr Abplanalp in der Schweiz in 10 Minuten erklähren würde.
Zum guten Glück fehlen nur noch knappe 2 Wochen Unterricht, einige Jahresexamen und dann Starten meine 3 monatigen Sommerferien. Ich bin schon total gespannt auf warme Weihnachten! :)

Ich witme diesen Post der Zahl 3, weil dies zum Einen meine Lieblingszahl ist und weil zum Anderen jetzt wircklich schon 3 Monate vergangen sind wo ich zum lezten Mal mein Lieblings Kokos-Schoggi-Jogurt am zürcher Flughafen gegessen habe. In dieser letzten Zeit ist so unglaublich viel geschehen, ich habe eine Menge erlebt, gelernt und gesehen, ich liess mich faszinieren, verwundern und manchmal auch ein Bisschen erschrecken. Ich freue mich total auf die kommenden Monaten die ich in meinem argentinischen Abenteuer erleben darf, aber ich freue mich auch jeden Tag mehr auf mein geliebtes, vertrautes Leben in Bern das ich manchmal ziemlich vermisse...


Los Sushis mit Nora und Carola



 Anstatt in die Schule zu gehen, machten meine Schwester und ich, mit Mozzarella und getrockneten Tomaten gefüllte Gnocchis!