Montag, 12. November 2012

Cañada Rosquin

Am Freitagmorgen nahm ich mein Wochenende-Köfferchen heraus und zusammen mit sieben weiteren Austauschschülerinnen besuchten ich das, ein paar Stunden entfernte süsse Dörfchen, "Cañada Rosquin". An diesem Wochenende fand das jährliche Festival des "argentinischen Handwerks" statt. Argentinische Gauchos verkauften drei Tage lang ihre Lederwaren, Körbe, Mate-Bächer, Holzwaren, Instrumente, ihren Schmuck und sehr viele andere Kreativitäten und zum Teil konnte man sogar selbst zuschauen wie ein handgemachtes "Produkt" entstand. So gab es zum Beispiel einen Mann, welcher Draussen aus einem Baumstrunk mittels verschiedenen Motorsägen, wunderschöne Pferdeköpfe formte. Auch wir "Ausländer" wurden in eine argentinische Kunst inszeniert, indem wir unser eigenes Sujet mit einem speziellen Werkzeug in eine Holzplatte herein "hämmern" durften. Dies war ziemlich schwierig und nachdem ich selbst mit wenig Geduld meinen Namen hinein "geritzt" und "gehämmert" habe, hatte ich noch mehr Respekt vor den ganzen Künstler, welche jeden Tag an ihren Werken arbeiten und auch wirklich davon leben.
Am Abend und in der Nacht wurde jeweils richtig Argentinisch gegessen und genossen, mit viel Fleisch, argentinischer Folkloremusik, es kamen einige sehr bekannte argentinische Musiker und mit argentinischem Tanz.
Wir Austauschschüler waren als "freiwillige Mitarbeiter" eingeteilt und hatten die Aufgabe dort mitzuhelfen wo man uns brauchte. Da die Argentinier sowieso total unorganisiert sind und die argentinischen Gauchos noch unorganisierter sind, mussten wir manchmal 400 Stühle an einem Ort hinstellen um diese nach einer halben Stunde wieder alle aufeinander zu stapeln oder an doch an einen anderen Fleck zu deponieren. So wurden wir ziemlich herumgescheucht, aber das war nicht so schlimm  weil wir sowieso ziemlich viel Zeit und eine Menge Spass als Gruppe hatten!
An diesem Wochenende wurden mir wieder einige argentinische Klischees bestätigt und irgendwie realisierte ich einmal mehr dass ich nun wirklich in Argentinien und nicht in der Schweiz bin. So zum Beispiel haben die hier ihre eigene Uhr, welche zwischen 30-60 Minuten nachgestellt ist - was so viel heisst wie, wenn man um 21:00 Uhr abgemacht hat, kommt man frühestens um 21:30 Uhr. Auch die Gastfreundschaft in diesem Dorf war so riesig und erfreulich, so waren wieder einmal Alle fasziniert und erfreut aus Besuch von fünf verschiedenen Ländern.. Mit vielen Glückwünschen, Einladungen um wiederzukommen, vollen Bäuchen und voller Herzlichkeit getankt, verliessen wir das schöne Dorf und kehrten in das Grossstadtleben zurück...




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