Die letzten Eindrücke aus der Ferne - als ich noch in meinem Traumland war...
Mehrere Male fanden wir uns mit Freunden und Familie am Tisch, köstlich essend, plaudernd, lachend und die wenig verbleibende Zeit zusammen geniessend...
Mein Gastpapa organisierte ein Chau-Rosa-Abendessen in einem typisch argentinischem Restaurant mit frischen rosarinischen Fischgerichten und traditioneller, argentinischer Folkloremusik. Wir waren ein hübsches Grüppchen von gut 60 Leuten, alles Freunde meiner Familie (nun auch von mir - ha!), mit denen wir uns letztes Jahr immer zu Asado, Feiertagen und Geburtstage getroffen haben.
Nachdem mein Papa sich auf die Bühne stellte und eine rührende Rede vor Freunde und Restaurantgästen über meine einjährige Anwesenheit hielt, bewegte auch ich mich auf's Podestchen, um einige Worte an die Anwesenden mitzuteilen - zuerst auf Spanisch und dann auf Schweizerdeutsch, wobei ich glaub Ersteres fast besser gesprochen habe - hat aber zum Glück niemand bemerkt hihi.
Dies war das letzte Asado in Funes - gemacht von einem wunderbaren Asador (Grill-Meister), hach wie sehr ich dieses Gegrillte vermisse!!
Letzte Abende und Pyjamapartys mit der wundervollen Sonia. Auch sie ist nun mittlerweile gut in Berlin angekommen.. Ich vermisse die vertrauten Gesprächen, das viele Zeitverbringen und geniale Aktionen mit diesem blonden Mädchen. Falls du das liest Soni: Ich vermisse dich sehr fest!
Aguante Newell's!! Die coolste Fussballmannschaft Rosarios wurde Campeon = riesiges Freudegetummel am Stadtmonument. Die Fussballbegeisterten fuhren noch eine Woche später hupend durch die Stadt!
Am 20.Juni feiert Argentinien "el dia de la bandera" (übersetzt: der Tag der Fahne), nämlich wurde damals im 1938 die argentinische Fahne zum ersten Mal in Rosario gehisst. Zu Ehren dieses Tages besuchte uns die Präsidentin (da gibt es seeeehr unterschiedliche Meinungen ob ein Besuch der Präsidentin eine positive -oder negative Tat ist), die Stadt wird mit argentinischen Fahnen geschmückt, in den Parks gibt's Handwerkermarkte, argentinische Folkloremusik, Volkstanzaufführungen, Asado Wettbewerbe (Grillwettbewerbe), Besuche von echten Gauchos (argentinische Cowboys) und die Arbeit oder in die Schule wird (einmal mehr) nicht besucht.
Nora und ich organisierten eine kleine "Abschlussfeier" in einer Bar.
Eingeladen wurden all unsere Freunde mit denen wir einen letzten Ausgang im rosarinischen Nachtlebens geniessen wollten und uns leider auch schon von einigen Gesichtern verabschieden mussten. Die Nacht verfügte von Wiedersehen über Verabschiedungen, Spass, Tränenausbrüchen, Karaokesingen, Latinotanzen, Fernet trinken bis hin zu müden Füssen um 7Uhr morgens und das letzte vom ausgangzurückgekommene Frühstück.
Auch diese verrückte Nudel von Nora vermisse ich sehr fest!
Das Geniessen meiner ersten "Baña Cauda" (Fondueähnliches Gericht aus Italien) und, wenn auch mit kleinem Schmerz, letzten Abendessen mit den engsten Freunden meiner Familie.
Die beste Schulklasse ever!
Diese vielen Schlitzohren machten mir den Abschied nun wirklich nicht leichter... Hier Einer von mehreren Gründen: Geplant war, dass ich Einen meiner letzten Abenden auf argentinischem Boden, mit meinen vier "besten Freundinnen", kochend, zusammen chillend und womöglich weinend verbringen würde. Ich, völlig im Stress mit Koffer packen, Kuchen backen (Ich backte drei Kuchen an einem Nachmittag), Abschiedsgeschenke basteln, Powerpointpräsentation über die Schweiz vorbereiten, sass eine Halbestunde nach eigentlich verabredeter Zeit immer noch Zuhause, das Badetuch um den Kopf gewickelt und schon im Pyjama - wozu sollte ich auch richtige Kleidung anziehen wenn ich sowieso nur zu Freundinnen gehe und am nächsten Tag in die Schuluniform schlüpfte, daher also viel zu viel Kleidung zur Schule hätte schleppen müssen. Okay - nun hatte ich Eine der vier, langsam hungrigen Freundinnen am Handy, die mir befahl, trotz meines schon angewöhnten, argentinischen Zeitrhythmus mich doch langsam mal Richtung ihr Zuhause bewegen zu sollen.
Schnell packte ich meine vielen Kuchen zusammen, warf Schulzeug und Abschlussgeschenke in eine Tüte und hetzte Taxisuchend auf die argentinischen Strassen hinaus.
20 Minuten später stand ich vor der Haustür meiner Freundin, welche mich auch gleich hinein und in das Esszimmer bot - sie wären am Verhungern, tischte sie mir auf.
Noch von meinen stressigen Zeitproblemen jammernd und für mein Zuspätkommen entschuldigend öffnete ich die Tür zum Wohnzimmer und ja - ich im Pyjama - stand vor meiner 30köpfigen Klasse, welche mich mit lautem "Überraschung", Schilder wie "Wir werden dich vermissen Rosa", einer Argentinienfahne, Pizza, Kuchen und viel Freude empfing. Was für wundervolle Erinnerungen!!!
Das letzte Foto mit meinen wundertollen, besten Mädels. Ihnen habe ich so viele gute Momente zu verdanken! Am Tag vor meinem Abflug assen wir die letzten argentinischen Empanadas zusammen, bestiegen wir die Dachterrasse des Hochhaus von Lionel Messi (34 Stockwerke, man sieht über ganz Rosario) und betrachteten weinend das Abschlussgeschenk, welches sie für mich gemacht haben: ein unbeschreiblich wundervolles Buch mit Fotos, schriftlich festgehaltenen Erlebnissen und Abschiedsbriefen.
Das letzte Abendessen mit der besten Gastfamilie...
Letztes Asado und ich der Grill-Pro ;)
Eine gut überstandene 27h Reise.
Das Wiedersehen am Zürcher Flughafen mit meinen schweizerischen Besten...
Ps:
(En el caso si lo leas vos Sergio)
Eso es mi Papa argentino y es el mejor, un genio y el que hizo que lo imposible sea posible!






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