Montag, 10. Juni 2013

Buenos Aires



Wie man bei diesem Blogeintrag http://6963miles.blogspot.com.ar/2012/11/la-cancha-de-boca_16.html herauslesen und wer sich vielleicht sonst noch daran erinnern kann, habe ich mir damals im November die Rückkehr in das mächtige Buenos Aires - die Hauptstadt argentiniens und des berühmten Tangos, geschwört...

Ich sag euch, das war ziemlich schwierig an mein „Ziel“ zukommen, denn meine argentinische Organisation liess mich nicht einfach mit irgendjemandem so schnell mal nach Buenos Aires reisen, einen Haufen Geld der angebotenen Reise mit anderen Austauschschülern wollte ich nicht bezahlen und den Ausflug alleine auf die Hut zu nehmen wäre unmöglich gewesen. 
Mittels meiner Sturheit und einigen gutherzigen Menschen, erfüllte sich am vergangenen Wochenende mein Wunsch, denn ich verbrachte ein wunderbares Wochenende mit der besten Reisebegleitung im faszinierenden Buenos Aires!
Nachdem es am Freitagmittag endlich des Wochenendbeginns klingelte, schnappte ich mir meine in die Schule mitgebrachte Reisetasche und zusammen mit drei Klassenamigas ging es in die Wohnung der 4. Reisefreundin, von dort aus wir uns auf den Weg in das ca. 4h entfernte Buenos Aires machten. Zu fünft in einem edlem weissfarbigem Auto mit Chauffeur cruisten wir über die argentinische Autobahn...
In Buenos Aires angekommen lernten wir noch vor dem ablagern des Gepäcks im Hotel einen wunderschönen Ort kennen: den "Puerto Madero" (Holzhafen) - das Stadtteil am Ufer des Flusses "Rio de la Plata". Bei Sonnenuntergang spazierten wir zwischen kleinen Restaurants und dem Ufer, mit Augen auf glitzernde Schiffe und gigantische Gebäuden gerichtet entlang und schlenderten über "el puente de la mujer" (Frauenbrücke), welche die Innenstadt mit dem Hafen verbindet. 





Das Wochenende über wohnten wir Chicas in einer kleinen Wohnung, welche den Eltern von einem der Mädchen gehört und sich in einem Hotel direkt an der breitesten Strasse der ganzen Welt (die 20. Fahrstreifenbreite 9. Julio), nicht weit weg vom Obelisken und dem Stadtzentrum befindet. 

Sicht aus dem Hotelzimmer

Nachdem sich Einrichten und Duschen in der Wohnung, besuchten wir das gigantische Shoppingcenter "Abasto". Das durch den Abendverkauf Geschlenderte brachte eine wahre Freude mit sich: Gut versteckt in einer Ecke des Gebäudes befand sich ein heimatgefühlsauftreibender Zara... Niemals hätte ich mir in Südamerika etwas vom europäischen Zara gekauft, aber in die vertrauten Winterjacken zu schlüpfen und eine dunkle Zara Papiertasche zu sehen, brachte schöne Gefühle mit sich!
Wir blieben im Einkaufshaus zum Abendessen - es ist übrigens der einzige Ort ausserhalbs Israels, mit einem koscheren Mc-Donaldsrestaurant.

Am Samstagmorgen verabschiedeten wir uns schon relativ früh vom warmen Bett und trauten uns auf die Buenos Airischen Strassen. Denn, wir waren zwar eine Gruppe von fünf Mädchen, jedoch wurden wir während drei Tagen quasi Non-Stop von unserem Chauffeur (einer der zwei Bodyguards, welche den Vater meiner Amiga beschützt) begleitet. Das war ziemlich angenehm, weil wir uns somit nicht ganz so verloren und unorientiert in Buenos Aires vorkamen und ich zum Beispiel auch ruhig meine Kamera um den Hals tragen konnte. "Pablo" (der Bodyguard) ist ein super lieber Mann, wir hatten es sehr lustig mit ihm, er hat uns überall hingebracht und beschützt, auch konnte er uns Erzählungen und Erklärungen über die Stadt liefern, nur von seiner dauerhaft mitgetragenen Pistole hatte ich manchmal einwenig Respekt! ;)
Nun eben zu sechst liefen wir einige Blöcke, bis wir an der Haltestelle eines "Tourist-Bus" ankamen. Dort kletterten wir mit Kopfhörer und Stadtplan bewaffnet auf das obere geöffnete Stockwerk des Busses und dann ging die Stadtrundfahrt auch schon los...
Die Variante des Entdecken von Buenos Aires mittels Tourbus war ziemlich gut, denn der Bus bietet eine sehr gescheite Route mit rund 32 eingezeichneten Haltestellen in der Zeitspanne eines ganzen Tages an. Je nach Interesse kann man bei den jeweiligen Haltestellen den Bus verlassen, sich die benötigte Zeit zum Erforschen des Highlights nehmen, um danach in einen von in jeden 20 Minuten kommenden Busse einsteigen zu können.


Nachdem wir am argentinischen Kongresshaus, durch die Quartiere "San Telmo" so wie "Monserrat", neben dem Fussballstadion "Boca Juniors" vorbeigefahren sind und das Quartier "La Boca" wild durchquert haben, kamen wir zum ersten Stop, bei dem wir unbedingt den Bus verlassen wollten: der berühmte "Caminito" - die weltbekannte, farbig und fröhliche Fussgängerzone mit Strassentango, Restaurants, einer Menge an Kunst und viele weiteren farbigen Faszinationen.





Wieder auf dem Bus, ratterten wir weiter durch die faszinierende Gegend, bis wir an einem grossflächigen Naturpark ankamen. In der Mittagssonne spazierten wir durch den mächtigen Park und besichtigten das riesig, runde Planetarium "Galileo Galilei".


Langsam knurrten unsere Magen und so kam der nächst folgende Halt optimal: China Town in Buenos Aires. Das ist ein von Asiaten bewohntes Quartier mit orientalischen Restaurants, Supermärkten, es gibt viele kleine Shops mit von China herkömmlichen Produkten und einige kleinen Tempels. 
Die asiatische Gastronomie ging von noblen Hundefleischauftischenden Restaurants und Sushi, bis zu den ökonomischeren Asia-Buden. In einer der Essensständen gönnten wir uns unser Mittagessen, bestehend aus himmlisch guten Gemüsekroketten.



Die fortgesetzte Route führte vorbei an dem in einem Park zu findenden Zoo, wir hatten grosse Lust Einzutreten jedoch hätte dies zeitlich nicht Hingehauen, an den zwei kunstorientierten Museen "Larreta" und "Bellas Artes" bis hin in eines der elegantesten und teuersten Wohn -und Geschäftsviertel der Hauptstadt.
Dort besuchten wir zum Einen die prächtige Kirche "Nuestra señora" und zum Anderen den danebenliegenden Friedhof "Cementerio de la Recoleta". Ich habe noch nie einen so schönen Friedhof gesehen! Die Grabstätten sind grösser als ein Mensch, es ist wie ein Dörfchen mit vielen kleinen Häuschen in verschiedenen Stilen... Unteranderem findet man die Grabstätte, der im 1949 einflussreichste Person und ersten femininen Präsidentin argentiniens "Eva Peron", sowie einer Menge weiteren Berühmtheiten, Sportler, reiche Familien ect.

"Nuestra señora" im Hintergrund



Das letzte Mal kletterten wir auf das Oberdeck des Busses und düsten mit Sonnenuntergang und frischem Herbstwind durch die Strassen, bis hin zum berühmtesten Theater in Buenos Aires - dem "Teatro Colón", welches eine faszinierende Architektur und viele glitzernde Lichter von Aussen zum Bestaunen bietet.
Mit dem Stadtplan vor der Nase schlenderten wir durch die Strassen, suchend nach dem Standort einer SecondHand-Galerie. Mittlerweile war es schon um die 20hs abends, wir Alle müde umher trottend und somit auch mit wenig Kraft, ernst Secondhand zu Shoppen, aber den Geruch alter Kleider und das Bild eines wilden Textildurcheinanders, war es den Besuch auf jeden Fall wert gewesen!

Auf dem Nachhauseweg der 9. de Julio entlang, kamen wir noch am Obelisken vorbei, das Muss für einen richtigen Touristen. Die 9. de Julio ist übrigens sehr eindrücklich mit den an den Gebäuden hängenden Werbungen, leuchtenden Schildern und der 140m Spannbreite...




Am Samstagabend veranstalteten wir eine Pyjamaparty in der Wohnung - wir waren erschöpft vom langen Tag und genossen einen gemütlichen Abend mit Essen eines Buenos Airischen Home Deliverys...

Den Sonntag starteten wir mit dem Besuch an den "Plaza de Mayo", welch seinen Namen von der dazumal im Mai 1810 gewonnenen Unabhängigkeit argentiniens trägt. Der Platz stellt das Herz der argentinischen Hauptstadt dar und rund um den rechteckigen Fleck befinden sich weitere wichtige Gebäude wie zum Beispiel das Rathaus, die Nationalbank, das Cabildo, sowie das "Casa Rosada" - das ist der rosarote argentinische Präsidentenpalast.



Zu Fuss setzten wir unseren Spaziergang fort, mit der Absicht im altgebautem Stadtteil "San Telmo" zu landen. Dort empfing uns einen jeweils an den Sonntagen veranstalteten Kunsthandwerker-Markt, von Lederwaren, Matebecher, Lamawollmützen, Malereien, bis zu kulinarischen Spezialitäten, Kühlschrankmagneten, Fussballtrikots und Küchengeschirr - die verschiedenen Markständen boten für jedermanns Geschmack!
Es hatte nicht nur Marktstände an Marktstände, sondern auch ganz viele kleine Kaffe-Bars, typisch argentinische Restaurants, Souvenirshops und Fassadenbemalungen, "San Telmo" hat mir persönlich unglaublich gut gefallen..






Nachdem durchaus zeitraubende Geschlender durch San Telmo, gingen wir zurück ins Hotel um unser Reisegepäck im Auto zu verstauen.
Bevor wir jedoch die Heimreise nach Rosario anpeilten, besuchten wir noch das von Markenoutlets übersäte "Soho"-Quartier, sowie ein zweites Mal das Shoppingcenter "Abasto", um eine, von einem der Mädels nicht aus dem Kopf gegangene Short vom Zara zu ergattern und uns ein leckeres Frozen-Jogurt zum Abschluss zu Gönnen.

Pablo (Bodyguard & Chauffeur), Clara, Guillermina, Vicktoria, Camila

In der Abenddämmerung und mit lauter Musik fuhren wir zurück nach Rosario, welches mir nun nach dem riesigen Buenos Aires plötzlich als eine Kleinstadt erschienen ist...

Ich muss sagen, das Wochenende war wundervoll und unglaublich - ich bin einmal mehr unbeschreiblich Dankbar so viel Glück in meinem Leben zu haben!!


Das Bild entstand, als mich meine Freundinnen mit einem kleinen Geschenk überraschten... Sie haben mir auf dem Markt in "San Telmo" ohne mein Wissen eine, mit dem Wort "Argentinien" übersäte Küchenschürze gekauft, um meine Liebe und Leidenschaft für's Kochen zu unterstützen. 
Sie sind die Besten!!!

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