Der Wahnsinn - Weihnachten!
Die Bescherung des Jahres ohne Schnee oder wenigstens mit Temperaturen in der Nähe des Gefrierpunktes, ohne Duft an Lasagne und Weihnachtsdessert, ohne Kerzen und Weihnachtstanne zu erleben, da war es echt schwierig mich irgendwie weihnachtlich einstimmen zu können...
Letztens schwang ich mich aus dem kühlen Swimmingpoolwasser und stellte mich in die Küche, um Weihnachtsgüetziteige vorzubereiten. Ich wartete bis die Nacht richtig dunkel war, zündete die kitschige Lichterkette unseres farbig geschmückten Plastiktannenbaumes an, schaltete via Internet das berner Radio ein und stach fleissig Sternleins und Herzleins aus.
3:00 Uhr nachts, die Morgenshow aus Bern hatte schon begonnen (3Uhr bei mir = 7Uhr bei euch), die Information über -3°C in Bern erreichte Argentinien, der halbe Güetziteig war in meinem Bauch und der andere Teil im Ofen, ich installierte den Ventilator gegen die Hitze holte mir ein kaltes Glas Milch mit Eiswürfeln und UPS - die Brunzlis sind mir verbrannt! Vielleicht lag es am argentinischen Gasbackofen oder vielleicht vergass ich die Zeit mit der Träumerei an kalte und weisse Weihnachten...
Lustig ist aber, dass die hier den ganzen Weihnachtskram echt irgendwie mitmachen. Am Tag der Jungfrau, den 8. Dezember, wird fleissig dekoriert mit Plastiktannenbäume, Fensterschneeflocken, farbigen Lichterketten und Kugeln aller Art.
Heiligabend verbrachte ich jedoch schon ziemlich anders, als ich mir es gewohnt bin...
Den Tag hindurch backte ich die zweite Ladung an Weihnachtskekse, da die Anderen vom letzten Mal mit viel Genuss von meiner Familie verdrückt wurden. Insgesamt zwei Mal zwangen mich die fehlenden Zutaten aus dem gekühlten Haus, rein in die reinste Sauna bis zu 40°C gefühlter Lufttemperatur. Mittels der enormen Luftfeuchtigkeit war ich innerhalb weniger Minuten bachnass...
In Buenos Aires stieg das Thermometer am 24.12 sogar auf 50°C - ein echter Rekord!
Es war genau 20:00 Uhr (bei euch 25.12, 00:00 Uhr) - um meinem Gastvater beim kochen zu zuschauen versammelte sich die ganze Familie inklusive der beiden Grossmüttern in der viel zu kleinen Küche - als mir meine Gastmama plötzlich das Telefon in die Hand drückte und mir befahl, meine Eltern in der Schweiz anzurufen. Glücklich und aufgeregt tippte ich unsere schweizer Telefonnummer, welche ich übrigens schon fast vergessen habe, in das Telefon ein und wartete. Als ich die Stimme von meinem Papa hörte und er mir von leuchtendem Tannenbaum und Weihnachtslieder erzählte konnte ich meine Tränen nicht mehr halten... Völlig schluchzend legte ich auf und ging ich ins Wohnzimmer wo ich mich in die tröstenden Armen der besten Gastfamilie warf und wir Alle zusammen fertig weinten.
Meine kleine Heimwehattacke verflog zum Glück in kürzester Zeit und so genoss ich einen wunderschönen Heiligabend mit gutem Essen, Swimmingpool und Familie...
In Argentinien ist es so dass der "wichtige Tag" der 25.12 ist - so wurde um Punkt 0:00 Uhr auf Weihnachten angestossen, von jeder Himmelsrichtung hörte man laute Feuerwerksklänge und die Geschenke wurden verteilt.
Klar vermisste ich die schweizer Weihnacht, aber es war sehr spannend und schön auch mal eine Argentinische zu Erleben...
Beweisfoto: Mein Papa am kochen
Papa Noel (Santa Claus) ;)
Geschenke - dieses Jahr nicht unter dem Baum sondern neben dem Pool...
Den 25.12 feierten wir mit Freunden im grossen Haus in Funes...








Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen